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Mein Gottesbild & bindungsorientierte Erziehung / Gastbeitrag von Marina Hoffmann


Marina Hoffmann. Eventveranstalterin und Elternbegleiterin für bindungsorientierte Erziehung.

Mein Gottesbild stand plötzlich Kopf. Ich las zum ersten Mal davon, dass Kinder Bindungswesen sind und die Erziehungsmethoden, die ich sonst immer an meinem Sohn anwendete, kein Gefühl von Bindung, sondern das Gefühl von Trennung auslösten.

 


"Es kann doch nicht sein, dass Gott anders handeln würde!“ Dauernd kreiste mir dieser Gedanke im Kopf, als ich die Instagrambeiträge einer bekannten Influencerin für bindungsorientierte Erziehung las.

In einem dieser Beiträge ging es darum, was in Kindern vor sich geht, wenn sie einen Wutausbruch erleben. Wozu sie nicht fähig sind und vor allem: Wie sie herauskommen und langfristig lernen, sich „reifer zu verhalten".


Ich las zum ersten mal davon, dass Kinder (und Menschen allgemein) schon wissenschaftlich erwiesen Bindungswesen sind und die Erziehungsmethoden, die ich sonst immer an meinem Sohn anwendete, kein Gefühl von Bindung, sondern das Gefühl von Trennung auslösten.

 

Bei vielen Kindern mag es vielleicht klappen, sie ins Zimmer zu bringen und sie über ihr Fehlverhalten alleine nachdenken zu lassen. Bei meinem damals dreijährigen Kind verursachten diese Methoden nur Panik, noch mehr Wut und was mich sehr schmerzte: Es knackste jedes Mal an unserer Beziehung.

 

Und plötzlich, durch diesen Instagrambeitrag (!) verstand ich, dass es Bindung ist, die das größte Bedürfnis von Kindern ist. Das Gehirn eines Kindes kann im Gefühlssturm nicht lernen. Im Falle eines Wutausbruchs sollte das Ziel also sein, auf der Seite meines Kindes zu bleiben und möglichen Schaden zu begrenzen.

 

Echt jetzt?! Ich konnte es zunächst nicht fassen. Es ist also nicht die sofortige Umsetzung von Konsequenzen oder Strafen, die mein Kind zur Vernunft bringen würde, sondern die Co-Regulation seiner Gefühle?

 

Mir kamen die Tränen. Aus vielerlei Gründen.

  1. Ich musste nicht mehr gegen mein Kind ankämpfen. Es gab bindungssichere Alternativen und die wollte ich um alles in der Welt kennenlernen!

  2. Ich sah mich plötzlich selbst als das Kind, welches sein Leben lang jemanden in seinen emotionalen Stürmen gebraucht hätte. Stattdessen war über die Jahre so viel mit Schuld und Scham unterdrückt worden.

 

Ich hatte mein Leben lang geglaubt, dass Gott zwar liebevoll und gut zu mir ist, aber zum Beispiel Wut nicht okay ist und ich negative Gefühle zu kontrollieren habe. Wenn ich mich nicht seinen Richtlinien entsprechend verhalte, hat er in seiner Gerechtigkeit keine andere Wahl als sich von mir abzuwenden.

Ich war das Kind, welches allein ins Zimmer geschickt wurde, um sich über sein Fehlverhalten Gedanken zu machen. Erst durch meine Buße würde Gott wieder zurückkommen, mir vergeben und mich in seine liebenden Arme schließen. Ich musste beten, die Bibel lesen und seinen Willen tun, damit unsere Beziehung intakt bleibt.

 

Und obwohl der Instagrambeitrag nicht christlich war, verstand ich plötzlich:

 

Gott muss anders sein als ich dachte!

 

Wenn Gott uns als Bindungswesen geschaffen hat, dann erzieht er uns nicht, indem er uns alleine lässt. Gott bleibt in allen Stürmen mit uns, AUCH wenn wir sündigen, auch wenn wir uns nicht richtig verhalten, auch wenn wir zweifeln oder wüten.

 

Denn Gott ist es, der die Verantwortung für die Bindung zu mir trägt. Nicht mein richtiges Verhalten.

 

Als ich das erkannte, passierte etwas sehr bewegendes in mir: Eine Umkehr. Tränen der Erleichterung, Tränen der Dankbarkeit und auch der Reue. Das ist es also, was mich zur Umkehr führt: Gottes Güte und seine Treue zu mir. Und nicht seine Abwendung. Mit 31 Jahren fing ich an, Gott mit neuen Augen zu sehen und ihn auf eine ganz natürliche Art und Weise, ohne Druck oder Pflichtgefühl kennenlernen zu wollen.

 

Dieses einschneidende Erlebnis, dieser Instagrambeitrag stellte mein Gottesbild und mein gesamtes Leben positiv auf den Kopf.


Deshalb brenne ich dafür, anderen Eltern den bindungsorientierten Ansatz nahezubringen und dadurch die Beziehung zu ihren Kindern, als auch zu Gott positiv zu prägen.

 

WER IST MARINA?



Marina Hoffmann ist Eventveranstalterin und Elternmentorin für bindungsorientierte Erziehung.

Vom 4.-11. Juni 2024 veranstaltet sie den Resilienzkongress für christliche Eltern mit Kindern unter sieben Jahren.

 

Unter folgendem Link kannst du dich für 0,-Euro anmelden: https://www.das-weiche-herz.de/kongress


Wenn du Fragen hast oder mit Marina in Kontakt treten möchtest, schau doch gern auf ihrer Website vorbei und hinterlasse ihr einen Gruß:




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