Warum du Geld nicht in der Erde verbuddeln solltest

Wie kannst du anfangen, einen Teil deiner Altersvorsorge mithilfe von ETFs zu betreiben?
Immer mal wieder sliden ähnliche Frage in meine DMs, wenn ich zeige, dass ich regelmäßig in ETFs für meine Altersvorsorge investiere. Besonders, wenn der Kurs gerade gut steht und die Rendite seit Kauf wie momentan über 57% beträgt, heißt es: "Franzi, wie machst du das? Ich würd' ja auch gern anfangen, weiß aber nicht, wie."
Heute erzähle ich dir, wie ich angefangen habe.
Dabei gleich ein kleiner Disclaimer vorweg: Ich bin keine Expertin. Ich erzähle dir hier nur von meinen persönlichen Erfahrungen der letzten Jahre. Dieser Text ist als Gespräch unter Freund*innen gedacht - so als würden wir uns bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen darüber austauschen. Er ersetzt nicht, dass du dich selbst informierst. Außerdem bergen finanzielle Investitionen natürlich Risiken, die mitbedacht und abgewogen werden müssen.
1. Ausgangssituation
2. Erste Schritte
3. Ziele
4. Zusammenfassung
Aus wenig wird viel.
1. Ausgangssituation
ICH BIN IN DER EHEMALIGEN DDR GEBOREN
und ich würde sagen, dass dieser Teil meiner Herkunft nicht wirklich daran gedacht hat, irgendwann einmal Geld an den Finanzmärkten zu investieren. Überhaupt das Prinzip von Investition war glaube ich außerhalb meiner Vorstellungskraft. Es war eher so, dass mensch sich zufrieden gibt mit dem, was da ist und nach mehr wird nicht gefragt (bringt ja eh nix und ist im Zweifel auch zu anstrengend).
Bis heute trage ich davon Glaubenssätze in mir, die eher Blockaden als Sprunghilfe sind und die ich erst langsam überhaupt nach und nach enttarne.
Dazu kommt, dass ich seit meiner Jugend christlich sozialisiert wurde und vielleicht kennst du es, dass in diesem Kontext Geld manchmal als etwas Schlechtes dargestellt wird und dass "viel Geld haben" nicht unser Ziel sein sollte.
Ich sehe das heute anders und ich denke dabei auch an die Geschichte von den anvertrauten Talenten aus Matthäus 25, 14ff. Verkürzt kann ich sie für dich so zusammenfassen, dass es nicht taugt, Geld (oder andere Gaben) zu verbuddeln, weil wir Angst haben, sonst etwas verlieren zu können. Vielmehr wird belohnt, wer mutig investiert. Diese Person erhält am Ende mehr als das, was ihr am Anfang anvertraut wurde.
Aus wenig wird viel sozusagen.
Wenn wir Geld einfach auf dem Girokonto oder gar unter dem Kopfkissen liegen lassen, verliert es schon alleine aufgrund der Inflation täglich an Wert. Das stellt also nicht einmal eine werterhaltende Maßnahme dar, sondern sorgt für Verluste.
Wenn wir Geld richtig investieren, macht das total Spaß und sorgt zudem für unser Alter vor. Auch das ist ja ein Thema, das besonders christliche Frauen mehr interessieren sollte. Mir wurde das so richtig bewusst, als ich während meiner Elternzeit ein Buch von Veronika Schmidt las, in dem sie darauf aufmerksam machte, dass Frauen treu ihren sogenannten "Zehnten" spenden und am Ende nicht selten in Altersarmut landen. Sie stellte treffend heraus, dass das unverantwortlich ist.
Ich glaube, wir machen es uns zu bequem, wenn wir anderen das Denken und Handeln in Sachen Finanzen überlassen - was uns am Ende mehr kosten kann, als uns lieb ist. Wir sollten uns informieren und Verantwortung auch in diesem Bereich unseres Lebens übernehmen - nichts ist christlicher und liebevoller als das.
2. Erste Schritte WENN DU GAR KEINEN PLAN VON FINANZMÄRKTEN UND AKTIEN HAST,
könntest du zu einem Buch für Einsteiger*innen greifen, um einen ersten Überblick zu erhalten. Stöber dich doch mal durch den Buchmarkt in diesem Bereich und schau, was dich anspricht.
Dabei darfst du bedenken, dass die Investition in ETFs nur eine Möglichkeit der Altersvorsorge darstellt (für mich zählt sie zu den einfachsten und wirkmächtigsten) und grundsätzlich mehrere Bahnen bespielt werden sollten. Aber heute geht es hier nur um ETFs.
Zusätzlich gibt es zahlreiche Podcasts. Mir hat damals der von Natascha Wegelin geholfen (überhaupt ihre Arbeit in diesem Bereich). Ich würde dir empfehlen, nicht zu nerdy zu werden, sondern dich erst einmal allgemein und einfach zu informieren.
Das bringt mich gleich zum nächsten Punkt: Erwarte nicht, dass du alles in Gänze verstehst. Aber fall auch nicht auf die Versprechen rein, die dir mit ganz komplizierten oder hochriskanten Finanzprodukten den Lebensgewinn über Nacht versprechen. Mach nicht, was du nicht im Ansatz verstehst oder nachvollziehen kannst. Und denk nicht, du seist schlauer oder gewiefter als andere. Ein bisschen Risikofreude gehört dazu, ja. Aber meines Erachtens auch eine gute Portion konservativer Energie ;)
Ich habe im Bereich der Finanzmarktaufsicht promoviert und meine Dissertation an einem Graduiertenkolleg geschrieben, wo z. B. auch Wirtschaftswissenschaftler*innen und Physiker*innen gearbeitet haben. Als Juristin habe ich so immer wieder auch ökonomischen Unterricht bekommen und anfangs dachte ich, dass ich in dem Bereich nun auch ein gutes Verständnis und Wissen erwerben würde. Doch ich stellte fest: Je mehr ich wusste und je tiefer ich eintauchte, desto mehr musste ich auch anerkennen, wie wenig ich eigentlich verstand. Es ist eben - zu recht - eine eigene Disziplin und ich muss das nicht in aller Komplexität erfassen können.
Überlege dir, welchen Betrag du monatlich investieren möchtest. Du kannst den Betrag auch immer mal anpassen, bist hier also nicht gefangen. Ich persönlich habe einen festen Betrag, entscheide monatlich aber manuell, wie viel ich in welchen ETF stecke. Manche haben Sparpläne, ich mache es manuell. Deinen Betrag findest du, wenn du dir überlegst, was du in x Jahren erreicht haben möchtest und dann anhand eines Rechenbeispiels vorgehst. Du kannst aber auch einfach erst mal anfangen und über eine Zeit beobachten, wie sich alles entwickelt. Dann bekommst du ein gutes Gespür dafür.
Eröffne ein Depot (da kannst du auch vergleichen oder das deiner "Hausbank" nehmen).
Suche dir die ETFs aus, in die du investieren magst. Das müssen nicht viele sein. Manche nehmen nur einen einzigen. Das bleibt dir überlassen. Ich kann dir den Finanzteil der FAZ empfehlen, um dir einen Überblick zu verschaffen. Zusätzlich gibt es gute Dokumentationen (z. B. auf Netflix). Es gibt natürlich auch hier zahlreiche Podcasts; ich muss dir aber ehrlich sagen, dass mich das überfordert hat.
Und dann legst du los und schaust einfach, wie es sich anfühlt und wie es sich entwickelt. Mit der Zeit wirst du mehr und mehr verstehen. Nimm gerne Beratung in Anspruch, aber halte dich fern von falschen Versprechungen oder hohen Gebühren. Alles sollte sich hier im Rahmen bewegen und irgendwie nachvollziehbar sein. Wenn du anfängst zu recherchieren, wird der Algorithmus natürlich dein Interesse checken und dir möglicherweise zwielichtige Gestalten vorschlagen. Sei da vorsichtig.
Vertrau dir selbst! Informiere dich gut! Du schaffst das! Es ist einfacher als gedacht :)
3. ZIELE SEI DIR IMMER WIEDER KLAR ÜBER DEINE ZIELE

und bleib dran! Du kannst jährlich einen check- in machen - zum Beispiel mithilfe unserer Raunächte Bibelstudie.
Was willst du? Was möchtest du erreichen?
ETFs eignen sich beispielsweise eher für langfristige Investments, nicht um kurzfristige Sparziele zu erreichen (weil du natürlich zum einen mit Schwankungen an den Finanzmärkten rechnen, kurzzeitig also auch Verluste verkraften können musst) und zum anderen Gebühren anfallen für den Kauf und Verkauf.
4. Zusammenfassung
GLAUB AN DICH UND GLAUB AN GOTT!
Du bist wunderbar geschaffen und trägst göttliches Potenzial in dir. Vergrabe es nicht aus Angst, sondern investiere mutig und klug!
Auch vermeintlich kleine Beträge machen einen Unterschied - fang einfach an.
Erlaube nicht falschen Glaubenssätzen oder Mangeldenken, dass sie dich blockieren. Du bist gesegnet und darfst freudig vermehren, was dir schon geschenkt ist - so wie in der Bibelgeschichte zu den Talenten.
Stay encouraged and blessed and have fun!




Kommentare